Und wieder ein Mord durch

Da wird er sich freuen, der Becksteins-Günter:

Der Spiegel titelt in seiner online-Ausgabe folgendermaßen:

"Mord nach Gewaltspiel"

Wunderbar! ganz genau das, was unser Günther Beckstein (ich glaube ja, dass der Mangel an Realität irgendwas mit dem Namen zu tun haben könnte...) schon die ganze Zeit predigt:

Ein Jugendlicher zockt den ganzen Abend ein "Gewaltspiel" ( RAW vs Samckdown, ein Wrestlinggame, das wohl eher in der Kategorie "Sport" zu finden ist...), und wird dadurch animiert, einen Obdachlosen, der ihm im Weg steht totzuschlagen!

Wir habens ja immer gewusst! Darauf trinken wir eine Maß Bier und dann verbieten wir diesen Widerwärtigen Schund!
ENDE Günther Beckstein.

Damit ist das Thema vom Tisch, der Beweis erbracht und alle können glücklich sein, dass solche amokläuferproduzierende Software nicht mehr  im schönen Deutschland kursieren darf!

Dass der Junge laut eigener Aussage alkoholabhängig ist, dass er aggressiv wird, sobald er getrunken hat, dass er arbeitslos und ohne großartige Perspektive dasteht, dass er offenbar das Gefühl hat, ein Loser zu sein, der seinen Frust rauslassen wollte und während der Verhandlung zu Protokoll gegeben hat, dass er einfach sehen wollte, wie weh er jemandem tun kann, um sich zu beweisen, dass er stark ist? Dass er eine ins tiefbraune tendierende Grundhaltung zu haben scheint (nur aus Langeweile malt ein Kommunist keine Hakenkreuze...) und deswegen nicht besonders gut auf Obdachlose zu sprechen sein wird,  das ist alles zweitrangig.

Kein normaler Mensch würde ernsthaft in Betracht ziehen, dass das Spiel der Auslöser war.

Dieser junge Mann ist nicht wegen der Art des Spiels frustriert gewesen, sondern weil er verloren hat - immer und immer wieder - und nicht nur im Spiel, sondern auch in seinem echten Leben.

Hätten die beiden nicht Computer gespielt, sondern "Mensch ärgere dich nicht", würden  dann Brettspiele ins Visier des bayerischen ober-Populisten geraten?

Ich sehe die Schlagzeile schon vor mir:
"Menschenverachtung im Kinderzimmer: blaue Spielfigur macht den roten Spieler zum Killer!"

Lieber Herr Beckstein, vielleicht sollten Sie das verlieren verbieten, weil, dann kann auch keiner gefrustet sein. Oder endlich anfangen, die Realität zu erkennen, zu erkennen, dass eine ganze Generation keine Perspektive mehr hat, sich nichtmehr in eine Gesellschaft eingliedern kann und will, die sie sowieso nicht akzeptiert und für die sie nur als Menschenmüll gelten!

Und: Akzeptieren, dass SIE und ihrer Herren und Frauen  Politikerkollegen zu einem nicht unerheblichen Teil an der Situation schuld sind, weil sie dermaßen an Volk und Realität vorbei agieren, dass man eher Sie verbieten sollte als alles andere!

8.12.06 11:21

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(8.12.06 11:28)
ich glaube nicht, das das an den spielen liegt
sonst müssten ja 10000000 die spielen auch amok laufen


Hotte (8.12.06 16:32)
Als ich dass hörte, dass jetzt die Softwareentwickler bestraft werden sollen, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wenn das mal nicht der falscheste Weg ist, den man einschlagen kann. Aber es ist einfacher irgendwelche kleinen Leute für irgendwas verantwortlich zu machen, als die naheliegenden Fehler in der Gesellschaft zu begutachten. Vorallem müssen doch alle Psychologen Deutschlands mit dem Kopf schütteln... Ich denke ein guter Psychologe würde nicht die Spiele, Hersteller etc. verantwortlich machen, sondern die kranke und kaputte Seele des Amokläufers begutachten und feststellen, dass seine Aggressionen weitaus tiefgründiger sind... naja Sigmund Freud würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen.


shanaha (8.12.06 20:08)
also ... ich kann dazu nur sagen .. ich kenn mindestens 3 psychologische studien, die belegen, dass alles nur nich killerspiele und amokläufen nen zusammenhang hat.

... mein fteund spielt das spiel übrigens auch immer - muss ich jetzt angst haben?! *rofl*

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